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1.Süddeutscher Zurich Altherren Supercup 2005
SG Hoechst Classique im Endspiel

Leberecht erhält 2.370 Euro 

Kelsterbach. Hessen Kassel sicherte sich beim ersten Süddeutschen Ü 35 Zürich-Oldie-Super-Cup den Sieg. Im Finale bezwangen die Nordhessen den Veranstalter SG Hoechst Classique nach Elfmeterschießen mit 4:3. Dritter wurde der SV Enkenbach, da der SV Alsenborn auf Grund von großen Personalproblemen im kleinen Finale nicht mehr antreten konnte. Organisator Helmut Wagner ist sich sicher, dass es im nächsten Jahr zur zweiten Auflage des Oldie-Cups kommt: «Die Resonanz der zwölf Mannschaften war super. Alle wollen auch im nächsten Jahr wieder dabei sein.»

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Classique Libero Jürgen Brauburger bot beim 1. Süddeutschen Oldie Supercup eine ausgezeichnete Leistung
Das Endspiel zwischen den Oldies des KSV Hessen Kassel und der SG Hoechst Classique war zunächst von der Taktik geprägt. Beide Teams agierten sehr bedächtig. Keine der beiden Mannschaften wollte in Rückstand geraten. Trotzdem besaßen die Höchster die besseren Möglichkeiten. Doch Andreas Grabitsch und Frank Ochs scheiterten am überragenden Kasseler Torhüter Horst Kaiser. Kurz vor dem Ende vergaben aber auch die Kasseler eine sehr gute Gelegenheit. Der Höchster Torwart Toni Eid verhinderte aber mit einer tollen Parade den Rückstand. Matchwinner für die Gäste war aber Torhüter Kaiser: Nicht nur während der regulären Spielzeit über zwei Mal 25 Minuten im Finale demonstrierte der 55-jährige Keeper seine Klasse. Nach torlosen 50 Minuten wuchs er auch im Elfmeterschießen über sich hinaus, obwohl zunächst alles nach einem Sieg der SG Hoechst Classique aussah. Kassel verschoss gleich den ersten Strafstoß. Für Höchst verwandelten dagegen Oliver Süß, Grabitsch und Frank Ochs sicher. Kassel traf seine folgenden vier Elfmeter und Kaiser parierte zunächst gegen Martin Kilb. Njego Klacar zielte dann beim letzten Schuss zu genau und setzte den Ball neben das Tor – und Kassel feierte Torhüter Kaiser und den Turniersieg. Trotz der bitteren Niederlage im Finale war Oliver Süß vom Mannschaftsrat der SG Hoechst Classique begeistert: «Was Helmut Wagner hier aufgezogen hat, ist Wahnsinn. Da muss man wirklich den Hut vor ziehen. Für die Leute, die hier waren, war das genial.» Über die drei Turniertage steigerte sich die SG Hoechst Classique von Spiel zu Spiel. Nach der durchwachsenen Vorrunde mit nur zwei Unentschieden und dem glücklichen Weiterkommen besiegten die Gastgeber im Viertelfinale den FV Siersburg mit 2:0. Im Halbfinale trafen die Höchster auf den SV Alsenborn und waren die überlegene Mannschaft. Verstärkung erhielten die Gastgeber in diesem Spiel durch den ehemaligen Eintracht-Profi Ralf Weber. Alsenborn agierte aus einer sicheren Defensive heraus, war um Schadensbegrenzung bemüht und spielte auf Konter. Zehn Minuten vor dem Ende köpfte Grabitsch den Favoriten zum verdienten Sieg und damit ins Finale. Auch der KSV Hessen Kassel behauptete sich nur knapp im Halbfinale. Gegen Enkenbach kamen die ebenfalls hoch gehandelten Nordhessen auch nur zu einem mühsamen 1:0. Der zweite Main-Taunus-Vertreter FC Eddersheim scheiterte in der Vorrunde. Nach einem 0:0 gegen den SV Oberkirch und der 0:1-Niederlage gegen den SV Alsenborn spielten die Eddersheimer in der Platzierungsrunde und bezwangen den FV Bischmisheim verdient mit 2:0. Am letzten
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Hartmut Arnold in Aktion. Der Classique Verteidiger bestach durch seine konstant guten Leistungen beim 1. Süddeutschen Oldie Supercup
Turniertag traten sie wie die Spvgg Sonnenberg nicht mehr an. Den fünften Platz sicherte sich der FV Siersburg durch das 4:1 gegen den SC Dortelweil und der SV Oberkirch besiegte den SC Dorteilweil im Spiel um Platz sieben mit 3:1. Neunter wurde der SV Saaldorf, der 2:0 gegen Bischmisheim gewann.

Beim Zürich-Oldie-Super-Cup gab es einen Gewinner: die Stiftung Leberecht

Kelsterbach. Neben den sportlichen Höhepunkten sammelten die Veranstalter des ersten Süddeutschen Ü 35 Zürich-Oldie-Super-Cup 2005 fleißig für die Stiftung Leberecht: Organisator Helmut Wagner war nach drei anstrengenden Turniertagen glücklich, dass 2370 Euro für körperlich und geistig behinderter Kinder gespendet wurden. «Dass so viel Geld zusammenkommt, hätte ich nicht unbedingt erwartet. Vielleicht können wir im nächsten Jahr noch einige EX-Profi-Traditionsmannschaften zum Mitmachen animieren», war Wagner zufrieden und stellte eine Fortsetzung des Oldie-Cups in Aussicht. Unterstützung dafür ist ihm von der Stadt Kelsterbach sicher. Zur Turnier-Eröffnung war Bürgermeister Erhard Engisch erschienen und überreichte eine Spende von 100 Euro. Die Siegerehrung übernahm der Erste Stadtrat Manfred Ockel: «Dafür stellen wir unsere Sportanlage auch im nächsten Jahr gerne wieder zur Verfügung. Die Mannschaften haben schönen Fußball geboten.» Ein großer Teil der Spenden resultierte aus der Tombola, die nach dem Finale veranstaltet wurde. Zuschauer und Spieler hatten reichlich Lose gekauft und holten sich die Preise bei Tombola-Moderator Rachid Ait Bouhou ab. Einer der begehrtesten Preise war das Trikot von Yilmaz Örtülü. Der 25-jährige ehemalige Eintracht-Spieler stellte sein Trikot, mit dem er kurz vor dem Ende der Zweitliga-Saison den Ausgleichstreffer gegen 1860 München erzielte und damit die Frankfurter auf den Aufstiegsplatz brachte, zur Verfügung. Der Profi verriet, warum er das Trikot nach der Partie behalten hatte: «Für Saarbrücken war es der Punkt zum Klassenerhalt, für die Eintracht der Punkt zum Aufstieg. Alle waren glücklich.» Für die Aktion Leberecht stellte er das Shirt trotzdem zur Verfügung: «Ganz klar. Für so etwas bin ich immer zu haben.» Den Kontakt hatte Classique-Spieler und Zürich-Vertreter Thomas Kaiser hergestellt. Örtülü besuchte seine Eltern in Sachsenhausen nach der harten Saison und war an allen Turniertagen anwesend. Der Stürmer berichtete, dass er seinen Vertrag in Saarbrücken um drei Jahre verlängert hat, allerdings beinhaltet dieser auch eine Ausstiegsklausel. Die schönen Erinnerungen an seinen ehemaligen Verein Eintracht Frankfurt konnte er zumindest nicht leugnen. Mit einer netten Idee steuerte die kleine Vannessa, Tochter von Classique-Spieler Bruno Helbing, noch zehn Euro zur Gesamt-Spendensumme bei. Sie verkaufte nach der Tombola noch Luftballons von Hauptsponsor Zürich an die verbliebenen Turnierbesucher und die Mannschaften. (cn)